.
Mit einem “Klick” auf die nachstehende Grafik gelangst du zu meiner umfangreichen und weiter wachsenden Zitate-Sammlung aus Werken von Nikos Kazantzakis:
.

.
.
.
.
…und weil so oft nachgefragt:
Die Blinden (…eine Parabel von Nikos Kazantzakis)
Es war einmal ein kleines Dorf in der Wüste. Alle Einwohner dieses Dorfes waren blind. Eines Tages kam dort ein grosser König mit seinem Heer vorbei. Er ritt auf einem gewaltigen Elefanten. Die Blinden hatten viel von Elefanten erzählen hören und wurden von einer heftigen Lust befallen, heranzutreten und den Elefanten des Königs berühren zu dürfen und ihn zu untersuchen, um eine Vorstellung davon zu bekommen, was das für ein Ding sei.
Einige von ihnen - vielleicht waren es die Gemeindeältesten - traten vor und verneigten sich vor dem König und baten um die Erlaubnis, seinen Elefanten berühren zu dürfen. Der eine packte ihn beim Rüssel, der andere am Fuss, ein dritter an der Seite, einer reckte sich hoch auf und packte das Ohr, und ein anderer wieder durfte einen Ritt auf dem Rücken des Elefanten tun.
Entzückt kehrten alle ins Dorf zurück, und die Blinden umringten sie und fragten eifrig, was denn das ungeheuerliche Tier Elefant für ein Wesen sei. Der erste sagte: “Er ist ein grosser Schlauch, der sich hebt und senkt, und es ist ein Jammer um den, den er zu packen kriegt.” Der zweite sagte: “Es ist eine mit Haut und Haaren bekleidete Säule.” Der dritte sagte: “Es ist wie eine Festungsmauer und hat auch Haut und Haare.” Der, der ihn am Ohr gepackt hatte, sagte: “Es ist keineswegs eine Mauer, es ist ein dicker, dicker Teppich, der sich bewegt, wenn man ihn anfasst.” Und der letzte sagte: “Was redet ihr für Unsinn? Es ist ein gewaltiger Berg, der sich bewegt!”
Ein Interpretationsversuch:
In diesere Geschichte geht es um die Wahrheit… im wahrsten Sinne des Wortes. Symbolisch nimmt der Elefant diese Rolle ein. Die Blinden stellen die Menschen dar.
Wer kennt nun diese Wahrheit und wer kennt sie nicht?
Jeder einzelne erkennt ein winziges Stück der ganzen Wahrheit und macht daraus “seine” ganz persönliche.
Vergleicht ein Mensch diese aber mit den Wahrheiten der anderen, die einen anderen Teil erkannt haben, stellt er fest, dass es keine Übereinstimmung gibt. Also müssen die Erkenntnisse des anderen falsch sein; denn jeder ist sich seiner Sache sicher.Würden sie einander vertrauen, und einer dem anderen glauben, dann könnten sie ihre Erkenntnisse zusammen fügen, und es würde ein Bild entstehen, dass der Wahrheit näher käme.
Aber auch die Erkenntnis aller zusammen wäre noch nicht die ganze Wahrheit. Sie zu kennen ist so gut wie unmöglich.


2 Responses to “Kazantzakis-Zitate”
Trackbacks/Pingbacks
Leave a Reply
NEU! Wenn du über weitere Kommentare informiert werden möchtest, klick das Kästchen an.